Trotz Ministerbesuch keine Verbesserung der Situation in Sicht!

Da war er also, der hochpolitische Besuch eines Ministers in Begleitung des Landrates und Stadthonoratioren. Man wollte sich informieren und wahrscheinlich auch Verbesserungsvorschläge entgegennehmen. Doch wer das Eingangsbild betrachtet wird sich fragen, warum so bedröppelt, meine Herrschaften? Eine positive Ausstrahlung sieht anders aus. Statt dessen schauen Landes- und Stadtvertreter und auch die Verantwortlichen für das Heim eher so aus, als seien ihnen gerade alle Felle davon geschwommen. Oder als sei man meilenweit von einer Lösung dringender Probleme entfernt.

Dringende Probleme, gibt es die überhaupt? Nun es gab sie und sie sind immer noch vorhanden. Und es sind keine neuen sondern die gleichen Probleme wegen denen schon einmal gestreikt wurde.

Kleine Auswahl gefällig?

Seit Dezember warten die Bewohner auf Waschgelegenheit, sprich Waschmaschinen, für ihr Bekleidung. Kann man vielleicht noch Socken und T-Shirts im Handwaschbecken waschen so wird es bei Bettwäsche schon schwieriger. Was dazu führt, daß bei einigen Bewohnern Hautreizungen und Ekzeme auftreten. Kein Wunder, wenn man in schmutziger Bettwäsche liegen muß.

Die Bemühungen der Sozialarbeiter vor Ort, diesen Mangel zu beheben liefen bis dato leider ins Leere da sich offenbar niemand für zuständig erklären will.

Ebenso erfolglos waren die bisherigen Unternehmungen der Sozialarbeiter, die schlechte Versorgungslage in Bezug auf die Mahlzeiten zu verbessern.

Schon einmal waren die Bewohner wegen der mangelnden Qualität des Essens auf die Straße gegangen und nur mit Mühe zu beruhigen gewesen. Leider hat sich nichts an dem Catering geändert.

Das „Mittagessen“ kommt häufig nur noch lauwarm in der Kaserne an, die Essensportionen mögen für ein zwölfjähriges Kind ausreichend sein aber nicht für erwachsene Männer. Es konnte festgestellt werden, daß manche Lieferung bereits eine Irrfahrt durch andere Heime hinter sich hatte und über die Qualität schweigt des Sängers Höflichkeit. Es mag ja sein, daß für einen stolzen Preis den die Flüchtlinge zahlen „dürfen“ eine Gemüsebeilage bestehend aus fünfErbsen und einem Stück Karotte ausreichend ist.

Sehr bedenklich erscheint auch die Auswahl der Zutaten. Es sollte bekannt sein, daß der Organismus von Menschen aus dem arabischen oder afrikanischen Raum Probleme mit einem Teil unserer Lebensmittel hat. Dem Caterer ist das offenbar nicht geläufig, denn die Anzahl von Magenverstimmungen bei den Flüchtlingen ist manchmal Besorgnis erregend.

Aber mag das Mittagessen auch nicht das Beste sein, dafür sind Frühstück und Abendessen der Brüller.

Inhalt der Lunchbox jeweils für morgens und abends:

  • 2 Scheiben Toast-/Weißbrot   4 x 10 Gramm Butter
  • 20 Grmm Nusspli   20 Gramm Honig   20 Gramm Frischkäse
  • 20 Gramm Frischkäse mit Kräutern   20 Gramm Schmelzkäse
  • Unter dem Weissbrot versteckt fand sich dann auch noch eine Scheibe Schnittkäse.

Wohlgemerkt, die Lunchbox sieht morgens und abends immer so aus, und das sieben Tage in der Woche.

Das soll ausreichend sein für einen erwachsenen Menschen? Ach so, ich vergaß, die Herren sollen sich ja nicht ernähren, sie sollen nur überleben.

Niemand erwartet ein Fünf-Gänge-Menu oder ein Frühstücksbuffet, auch die Flüchtlinge nicht. Aber berücksichtigt man den Eigenanteil den sie für ihre Verpflegung aufbringen müssen so hat das schon den Beigeschmack, daß hier nur einer verdient …

Aus diesem Grund wollen die Bewohner das Essen zukünftig verweigern.

Aber das Essen und die mangelnde Hygiene sind nicht die einzigen Kritikpunkte, die von den Bewohnern vorgebracht werden.

So werden kleinere Diebstähle aus den Zimmern beklagt, da diese nicht abzuschließen sind. Der Wachdienst der die Zimmer abschließen könnte weigert sich, dies zu tun. Es ist zuviel Lauferei. Und die Schlösser mit denen die Bewohner ihre Schränke sichern sollten sind aus einer Billigproduktion. So kann mit einem Schlüssel gleich ein halbes Dutzend Schlösser geöffnet werden.

Man könnte diese Mängelliste sicher noch erweitern, aber es wäre schon schön, wenn wenigstens die wichtigsten Probleme angegangen und abgestellt werden.

Man kann auch nicht alles auf die Sozialarbeiter abschieben, denn viele Dinge sind entstanden, weil das Konzept „Flüchtlinge in der Fläming Kaserne“ nicht durchdacht war. Man suchte Räumlichkeiten, fand sie in der Kaserne und war erst mal glücklich. Daß zu einer menschenwürdigen Unterbringung nicht nur die Räumlichkeiten sondern auch eine gewisse Infrastruktur gehören, hat man erst später in Betracht gezogen. Für die Entfernung zur Ortsmitte ist sicher niemand verantwortlich, aber für mangelnde Hygiene und schlechte Versorgung mit Lebensmittel sollte schon jemand zuständig sein.

Ich könnte diese Liste, wie weiter oben schon gesagt, fortsetzen aber warum? Entweder man wird endlich wach in den zuständigen Resorts oder man wartet bis dieses kleine Pulverfaß hoch geht.

Richard Goebel