„Brück hilft – ein Segen für die Stadt“

Ministerbesuch im Flüchtlingsheim Brück

Ministerbesuch im Flüchtlingsheim Brück

Der Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Günter Baaske, SPD, besuchte kürzlich das Übergangswohnheim für Asylbewerber am Rande der Brücker Bundeswehrkaserne. Dort ließ er sich unter anderen von Landrat Blasig, ebenfalls SPD, über die aktuelle Situation an den beiden Standorten für die Heime aus erster Hand informieren.

Ministerbesuch im Flüchtlingsheim Brück

Aufmerksame Beobachter

Entsprechend abgeschlossener Verträge könnte man die Teile des Bundeswehrareals bis Ende 2016 nutzen. „Optimaler wäre es allerdings bis Ende 2017“, so der Amtsleiter für Soziales, Jugend, Schule und Gesundheit der Kreisverwaltung, Thomas Schulz. Gegenwärtig seien dort 183 Asylbewerber untergebracht. Wöchentlich würden im Schnitt etwa 40 Asylbewerber aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark mit unbekanntem Ziel verschwinden. Nur ein Teil von ihnen hätte auch tatsächlich einen Duldungsbescheid. Zu den vordringlichen Problemen zähle es derzeit, so hieß es unisono, Gelder bereits zu stellen, um Asylbewerber schneller in Ausbildung zu bringen. Entsprechende Bildungsträger habe es schon einmal gegeben, sie seien allerdings nur noch rudimentär vorhanden – wenn überhaupt. Nach über einem Jahr im Übergangswohnheim sei es kein Wunder, wenn die Lust an einer Ausbildung wegen des nachvollziehbaren „Lagerkollers“ stark nachlasse, hieß es. Gleichzeitig würde das Konfliktpotenzial untereinander stark zunehmen.

Ministerbesuch im Flüchtlingsheim Brück

Diskussion

Mehrfach wurde betont, dass Umschulungs- und Beschäftigungsgelder schlicht nicht vorhanden seien. Wenn man diese erst 2017 bereitstelle, sei der Zug für viele arbeitssuchenden Ausländer praktisch schon abgefahren. Der dringende Handlungsbedarf in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit ergäbe sich aber darüber hinaus auch aus der Tatsache, dass man Arbeitskräfte in der ländlichen Region halten wolle. Momentan würde zumeist nach Potsdam oder gleich nach Berlin gependelt, so dass das Potenzial dem ländlichen Raum mittel- und langfristig verloren geht, wenn man nicht umgehend gegensteuere. Minister Baaske ermunterte in diesem Zusammenhang die klein- und mittelständischen Unternehmer ausdrücklich zu mehr Pragmatismus. Nur etwa 10% der nach Deutschland kommenden Asylbewerber erfüllen die in Deutschland üblichen Qualifikationen für einen Job tatsächlich.

Dr. Michael Klenke vom Brücker „Ausschuss für Infrastruktur, Stadt- und regionale Entwicklung“ betonte, dass die Akzeptanz für die Asylbewerber in Brück im Großen und Ganzen da sei, obwohl die Infrastruktur kaum mit den aktuellen Gegebenheiten mithalten könne:

„Wir sind daher dringend auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Wenn es so etwas, wie „Brück hilft“ nicht gäbe, wäre es hier absolut chaotisch. Das ist gewissermaßen ein Anker, der – jenseits der Diskussion um die schwarze Null – unbedingt weiterer Unterstützung bedarf.“

Und Minister Baaske ergänzte:

„Brück hilft ist ein Segen für die Stadt. Das ist ganz klar. Ohne dieses Engagement ginge es andernorts aber auch nicht.“